Flüchtlinge leiden in Griechenland

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Moormerland, den 02.05.2016

Die aktuelle europaweite Flüchtlingskrise ist nichts neues mehr und wie viele andere medial zunächst hochgeschaukelte Themen, ist auch dieses Thema zur Randnotiz in den täglichen Berichterstattungen geworden. Es wird allenfalls über den deal mit der Türkei gesprochen, welche verheerenden humanitären Katastrophen daraus resultieren wird aktuell leider noch nicht hinreichend debatiert.

In den vergangenen Tagen haben uns Hilferufe aus Griechenland erreicht, wonach dort festsitzende yezidische Flüchtlinge am Rande Ihre Belastbarkeit, in notdürftigen Flüchtlingsunterkünften verhaaren müssen. Um sich vor Ort ein Bild über das Ausmaß der Dinge machen zu können, wurde vom Zentralrat der Yeziden in Deutschland, dem auch der Yezidische Kulturverein Moormerland e.V. angehört, eine Delegation zusammen gestellt.

Auch unser zweiter Vorsitzender Safet Disli, hat sich bereiterklärt ehrenamtlich mitzureisen. Die Reise wurde am 01. Mai 2016 angetreten und wird bis zum 03. Mai 2016 andauern. Im Anschluss werden wir einen Abschlussbericht veröffentlichen und über weitere Schritte informieren.

Heute (02.05.2016) erreichten uns erste Bilder aus den Camp in Patras, in dem offenbar überwiegend yezidische Flüchtlinge untergebracht sind.

Nach einem etwas längeren Aufenthalt in Patras, hat sich die Delegation auf den Weg zum Camp Katsikas gemacht, in dem mehrere Tausend Flüchtlinge aus unterschiedlichen Ländern und Konfessionen untergebracht sind. In diesem Camp ist die Versorgung und Unterbringung der Flüchtlinge genau so Katastrophal wie in Patras, allerdings kommt hinzu, dass hier offenbar systematisch ethnische und religiöse Minderheiten wie Yeziden und orientalische Chiristen von anderen Flüchtlingen unterdrückt werden. Es ist Paradox, dass diese Menschen auf Europäischem Boden der selben Unterdrückung und Verfolgung ausgesetzt sind, vor der sie aus Ihren Heimatländern geflohen sind. Hier berichtet eine alte Dame über Ihr Leid.


 

Am Abend des 02. Mai 2016 erreichten uns alarmierende Worte von Holger Geisler (Pressesprecher Zentralrat der Jesiden in Deutschland), der ebenfalls als delegierter des Zentralrats vor Ort war:

“Liebe Freundinnen und Freunde. Heute melden sich Safet Disli und ich aus
Griechenland. Für den Zentralrat der Yeziden versuchen wir so viel Flüchtlinge wie möglich zu besuchen. Dabei geht es tatsächlich in erster Linie ums Zuhören und Trösten. Für mich war es unvorstellbar dass Flüchtlinge mitten in Europa unter solchen Verhältnissen leben müssen. In den griechischen Bergen war Es heute 8 Grad kalt, bei starkem Dauerregen. Heizungen gibt es nicht,
Die Zelte Nässe durch. Strom ist nur selten vorhanden. Da es kein Feuerholz gibt wird mit Plastiktüten befeuert.

Säuglinge im Camp Katia erhalten sechs Teelöffel Milch am Tag. Unter schlechtesten Voraussetzungen leistet das Team von CICY hervorragende Arbeit dafür danken wir Steve Maman und seinen Leuten von ganzem Herzen. Leider wurde uns auch immer wieder von Übergriffen arabischer Muslime an Christen und Yeziden berichtet. Christliche Kinder und Jugendliche wurden zusammengeschlagen, ihre Kreuze zerstört. Die Yeziden mit Waffen bedroht. Bei der Essensausgabe haben sich beide Gruppen hinten anzustellen. Der Polizei ist dies egal. Sie wurde selbst Opfer von Übergriffen dieser Provokateure. Seitdem ist ihr Engagement überschaubar.

Wir halten fest: Griechenland kann diese Probleme nicht allein meistern und benötigt massive Hilfe der EU. Die verfolgten Minderheiten von Christen und Yeziden kommen nach den schrecklichen Erlebnissen im Krisengebiet und den erlittenen Traumata auch in Europa nicht zur Ruhe. Wenn unser Streben nach Menschenrechten, Menschenwürde und Religionsfreiheit keine leere Wortführer sein soll spenden wir massiv für diese Menschen und setzen uns parallel und vehement für eine Sonderaufnahme in Deutschland ein. “WIR SCHAFFEN DAS “. Die Yeziden und orientalischen Christen verfügen über große, gut organisierte Gemeinschaften. Wir werden unseren Brüdern und Schwestern bei der schnellen Integration helfen, wenn wir die Chance dazu bekommen. Darauf hoffen und nicht weniger erwarten wir von unserem starken, schönen Land in dem wir alle gern zu Hause sind.”

BITTE spendet… Jeder Euro zählt um den Menschen in Ihrer verzweifelten Lage zu helfen:

Spendenkonto:
Volksbank
Jesidisches Forum e.V.
IBAN, DE 10 2806 1822 3670 2706 02
Kennwort Griechenland

Holger Geisler
Pressesprecher Zentralrat der Jesiden in Deutschland
Thessaloniki, 02.05.2016